Betterov (Foto: Tobias Schult)
Betterov

Jetzt schon Lieblings-Außenseiter und Smalltagspoet. Der gebürtige Thüringer mit der großen Gabe, kleine Beobachtungen und Erinnerungen in bleibenden Songs zu skulpturieren.

Um Betterov zu verstehen, reicht es, sich seinen Song „Dussmann“ anzuhören. Darin malt er sich seinen Freitod im bekannten Berliner Kulturkaufhaus gleichen Namens aus, nebenbei macht er sich Gedanken über diese unsere Welt und kommt zu dem Schluss: „Gott hat für das alles nur sieben Tage gebraucht / und ich finde genauso sieht’s hier auch aus“. Wegen Geschichten bzw. Zeilen wie diesen fangen manche Leute mit dem Songschreiben – viel mehr allerdings hören deswegen auf, weil man es so gut ja doch nie hinbekommen wird.

Eigentlich heißt der gebürtige Bad Salzunger Betterov Manuel Bittorf – nach sieben Bier wird aus seinem Nachnamen aber so etwas Ähnliches wie der Name einer Figur aus der Filmreihe „Die Olsenbande“ – eben Betterøv. Der gelernte Industriemechaniker holt sich sein erstes musikalisches Selbstbewusstsein an einem freien Erfurter Theater, wo er für die musikalische Produktion verantwortlich ist. Irgendwann geht er nach Berlin, schreibt dort fleißig an Songs, die er unter anderem als Support für die Kaiser Chiefs auch live präsentiert. Im März 2020 erscheint dann seine erste EP „Viertel vor Irgendwas“, die er zusammen mit Deutschlands aktuellen Vorzeige-Indie-Produzenten Tim Tautorat aufnimmt und die dank befreundeten und furios aufspielenden Mitmusikern erfrischend mehr nach Post-Punk als nach Singer-Songwriter klingt.

Seitdem hat eine Pandemie namens Corona viele absurde Geschichten in die Biographien vieler Menschen geschrieben. Und es ist anzunehmen, dass auch Betterov von so manch inspirierender Absurdität zu berichten weiß. Man kann es kaum erwarten, was für Songs dabei auf seinem irgendwann für 2022 angekündigten Album rumkommen.