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New Music Hotlist 2022

Wer wird die Musikwelt 2022 aufmischen? Welche jungen Musikerinnen und Musiker machen in den nächsten Monaten von sich reden? Dafür wagt jetzt die Hotlist „New Music 2022“ der jungen ARD-Programme und Deutschlandfunk Nova eine Prognose. Gemeinsam präsentieren sie die wichtigsten neuen Musik-Acts aus Deutschland. Im Herbst werden dann bereits zum 15. Mal die „New Music Awards“ verliehen.


01099 (Foto: Pressefoto)

01099

Die Dresdner haben den ultimativen Lauf. Was soll nach Streaming-Dauerbrennern, erster EP und massivstem Fanzuwachs noch kommen? Vielleicht the very first German electro pop rap supergroup to come!

Es muss so im Januar 2021 gewesen sein, gegen Ende des zweiten Lockdowns, als da diese Dresdner Crew anfing, mit ihrem Track „Frisch“ viral zu gehen. „Frisch“ war ja im Prinzip nix anderes, als die musikalische Verarbeitung dessen, was die Kontaktbeschränkungen des ersten Lockdown mit jungen Menschen und ihrem natürlichen Partytrieb gemacht hat. Klar ging der irgendwie melancholische und doch stur-feier-vibige Track genau deswegen in kürzester Zeit gerade beim TikTok steil.

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Ätna (Foto: Louise Amelie)

Ätna

Mit ihrem exzentrischen Sound hat sich das Dresdner Duo bereits international einen Ruf als immer spannender und avantgardistischer Act erspielt - nicht nur für Kunstfans.

Ätna als Newcomer-Act zu bezeichnen, ist fast schon ein bisschen vermessen. Denn das Duo, bestehend aus den frisch verheirateten Inéz und Demian Kappenstein, konnte bereits 2020 den Anchor Award, den Musikpreis des Reeperbahn Festivals einheimsen. Und seitdem kamen immerhin eine gemeinsame Single mit dem House-DJ Solomun, ein Rework für den Neoklassik-Pianist Martin Kohlstedt, ein Auftritt in der Elbphilharmonie in Hamburg und ein heftigst gefeierter Feature-Track mit Marteria („Love, Peace & Happiness“) hinzu.

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Becks (Foto: Warner Music)

Becks

Becks hat das Zeug zum Sprachrohr der GEN-Z. Ihre selbstbewusste Musik ist der beflügelnde Soundtrack zur Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung.

Dass Becks im Refrain ihrer aktuellen Single „Avatar“ ausgerechnet „All The Things She Said“ von tATu zitiert, ist alles andere als willkürlich. Sorgte das russische Duo mit dem Track vor genau zwanzig Jahren für eine der wichtigsten LGBTQ+-Hymnen überhaupt. Im Gegensatz zu Russland, wo normabweichende Formen der Sexualität zunehmend politisch verfolgt werden, sind wir in Deutschland im Jahr 2022 schon etwas weiter. Dafür sorgen besonders viele junge Musiker:innen wie Becks, die für sexuelle Selbstbestimmung eintreten.

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Glockenbach (Foto: Annika Yanura)

Glockenbach

Ob das Münchener Producer Team seine selbstgewählte Anonymität auch 2022 aufrechterhalten kann, muss angesichts der jetzt schon beeindruckenden Radiohitdichte ernsthalt bezweifelt werden.

Nicht jeder, der gern Songs schreibt, stellt sich mit seiner Musik genauso gern auf irgendwelche Bühnen, um sie dort vor Fans zu performen. „Uns war von Anfang an klar, dass wir im Hintergrund bleiben wollen. Deswegen sieht man von uns auch kein Gesicht, sondern nur diese Glasmaske“, begründet das Glockenbach-Mastermind die Inkognito-Strategie des Münchener Duos – wobei er auch im Interview konsequenterweise anonym bleiben möchte.

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Jonasu (Foto: Patrycja Rozwora)

Jonasu

Der Hauptstadthopper hat den Briten mit seinem EDM-Sound 2021 schon ordentlich eingeheizt und für seinen Track „Black Magic“ immerhin eine BRIT Award Nominierung in der Vita stehen.

Da sage noch einer, diese DJs und Produzenten wären doch gar keine richtigen Musiker. Jonas Kröper, der Mann hinter dem EDM-Newcomer Act Jonasu ist das, was man einen richtigen Mugger nennt. Jahrelang hat sich der aus Mannheim stammende Musiker, unter anderem als Schlagzeuger des Bundesjazz-Orchester das Sitzfleisch blutig gespielt. Jonas hat sogar am Konservatorium in Amsterdam Jazz-Schlagzeug studiert.

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Kurtis Wells (Foto: Pressefoto)

Kurtis Wells

Wahlberliner mit karibischen Wurzeln befreit sich von allen musikalischen Konventionen und erschafft den smoothesten Sound - irgendwo zwischen psychedelischem Neo-Soul und Jazz-Pop.

Bereits in seiner Kindheit auf der Insel Trinidad konnte klein Kurtis es für sich nicht darauf beruhen lassen, dass da einfach ein Song aus dem Radio schallt. Der musikalisch aufgeweckte Junge analysierte früh die Beschaffenheit der Musik, die ihm gefiel. Und nachdem er schnallt, wie der Pop-Hase läuft, besorgt er sich im Netz die erstbeste Musiksoftware und bastelt bald die ersten Beats für lokale Acts seiner Heimat.

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Leepa (Foto: Pressefoto)

Leepa

Nicht zu verwechseln mit Dua – eine junge Bayerin geht fast Lost in Berlin, findet über Rap wieder zu sich selbst und toppt mit ihrem Power Pop die Riege starker deutscher Female Pop Acts.

Wenn man im Alter von elf Jahren von der ländlich-bayerischen Idylle in der Nähe des Starnberger Sees in den Moloch Berlin hineingeworfen wird, dann kann das für einen frühen Teenager eigentlich nur destruktive Folgen haben. Auch Paulina Lösch, wie die 22-jährige LEEPA eigentlich heißt, litt spätestens mit Eintreten der Pubertät an den Spätfolgen dieses Kulturschocks. „So schön und spannend es in Berlin ist – so einfach ist hier auch, vom Weg abzukommen“. Wenn Leepa das sagt, ahnt man, in welche Abgründe sie in ihrer schweren Zeit geblickt hat.

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Lie Ning (Foto: Ben Wolfs)

Lie Ning

Musik, Tanz, Film – Lie Ning aus Berlin will seine künstlerische Vision für so viele Sinne wie möglich erfahrbar machen.

Bisher waren Lie Nings Songs eher ätherisch-warme Wohlfühloasen, gemacht für erotische Vorspiele aller Art. Im Track „Can I Have This Dance“ zieht der Berliner das Tempo deutlich an und und zeigt damit, wohin die Reise im Jahr 2022 für ihn gehen könnte. Lie Ning klingt, als hätten The Weeknd und Sam Smith einen überraschend romantischen gemeinsamen Wochenendtrip hinter sich.

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Betterov (Foto: Tobias Schult)

Betterov

Jetzt schon Lieblings-Außenseiter und Smalltagspoet. Der gebürtige Thüringer mit der großen Gabe, kleine Beobachtungen und Erinnerungen in bleibenden Songs zu skulpturieren.

Um Betterov zu verstehen, reicht es, sich seinen Song „Dussmann“ anzuhören. Darin malt er sich seinen Freitod im bekannten Berliner Kulturkaufhaus gleichen Namens aus, nebenbei macht er sich Gedanken über diese unsere Welt und kommt zu dem Schluss: „Gott hat für das alles nur sieben Tage gebraucht / und ich finde genauso sieht’s hier auch aus“. Wegen Geschichten bzw. Zeilen wie diesen fangen manche Leute mit dem Songschreiben – viel mehr allerdings hören deswegen auf, weil man es so gut ja doch nie hinbekommen wird.

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Loi (Foto: Philipp Gladsome)

Loi

Loi aus Mannheim paart das Stimmvolumen einer Adele mit der Unbekümmertheit einer Zoe Wees. Nicht auszudenken, wo das mit songwriterischem Feinschliff hinführen könnte.

„I Follow“ hieß der Song, mit dem die 18-jährige Leonie Greiner aka Loi im vergangenen Jahr mal eben alle verstummen ließ. Mit der stimmlichen Präzision einer Rolex Daytona machte die Mannheimerin aus der recht handelsüblichen Piano-Pop-Ballade ein emotionales Kraftpaket, dass nicht nur in den Kinosälen für reihenweihe Gänsehaut sorgte. Denn „I Follow“ war der perfekte Titeltrack für den fünften Teil der „Ostwind“-Filmreihe – beliebt bekanntlich vor allem bei jüngeren Kinofans.

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Montez (Foto: Florence Bakic)

Montez

Der Bielefelder Rapper erntet nach einem Überraschungshit die süßen Früchte des späten Erfolgs. Nach vielen Ups und noch mehr Downs könnte Montez 2022 so richtig durchstarten.

Mit so einem krassen Erfolg hatte Luca Manuel Montesinos Gargallo, wie Montez eigentlich heißt, wohl selbst nicht mehr gerechnet. Der Bielefelder Rapper mit spanischen Wurzeln wird bereits 2011 – da ist der Schüler gerade mal 16 Jahre alt - von hiphop.de und dem Juice Magazin zum „Newcomer des Jahres“ gekürt. Auch in den Folgejahren liefert Montez eigentlich immer konstant ab – zu mehr als einem ewigen Geheimtipp in der sich stetig wandelnden Deutschrap-Szene reicht aber irgendwie nie.

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Paula Hartmann (Foto: Claudia Schröder)

Paula Hartmann

Mit dem Mut zur Selbstzerstörung wagt die ehemalige Jungschauspielerin den Schritt in den Pop. Überraschend stilsicher und authentisch könnte Paula 2022 damit ein großer Coup gelingen.

Wenn Paula Hartmann ihre Geschichten erzählt, dann klappen Kiefer nach unten und Gespräche verstimmen – fesselnd und emotional erdrückend erbeuten sich ihre Songs die Aufmerksamkeit der Zuhörer. Zugegeben ist das sehr weit davon entfernt, massenkompatibel und leicht verdaulich zu sein, aber große Kunst fragt nicht nach Trostpflaster.

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Rote Mütze Raphie (Foto: Dario Suppan)

Rote Mütze Raphie

Mit dem New Music Award als „Beste Newcomerin 2021“ im Rücken wird Rote Mütze Raphi aus Koblenz mit Sicherheit das Popjahr 2022 prägen.

Wie sympathisch war denn bitte die Reaktion dieser damals 19-jährigen Raphi, nachdem sie im September von der Jury des New Music Award zur „Newcomerin des Jahres“ gekürt wurde. Als erstes dachte sie nämlich an ihren Papa, von dem sie wusste, dass er gerade zuschauen würde – um dann im nächsten Moment loszuprusten: „Dass ich diesen Titel jetzt gewinnen durfte, gibt mir das Gefühl, okay ich bin hier, Leute!“

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Shelter Boy (Foto: Anja Jurleit)

Shelter Boy

Irgendwie von gestern und doch mitten im Jetzt. Der Neu-Leipziger frönt allen Facetten cooler Gitarrenmusik. Schnoddrig, schlau und schön britisch.

Eigentlich beginnt alles mit den Beatles. Auch bzw. gerade bei Shelter Boy. Als Kind ist er total fasziniert davon, dass der Vater eines Freundes eine Gitarre von Tony Sheridan besitzt, einem der vielen „fünften Beatles“. Also kriegt der kleine Simon „Shelter Boy“ Graupner auch eine – allerdings liegt die erstmal zwei Jahre unbespielt rum. Erst als ein anderer Freund zu Klampfen anfängt, wird Simon vom Ehrgeiz gepackt. Schnell entdeckt er seine Liebe zur Gitarrenmusik und bemerkt, dass in ihm ein besonderes Talent zum Songschreiben schlummert.

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Yecca (Foto: William Krause)

Yeeca

Pop, Rap, R’n’B, Trap – fließt alles butterweich ineinander im Sound der 23-jährigen aus dem ostwestfälischen Herford, die natürlich längst in Berlin lebt.

Ja, es hat sich viel getan im Deutsch-Rap. Das Genre ist anno 2022 stilistisch offener und vielfältiger und vor allem thematisch breitgefächerter als jemals zuvor. In erster Linie aber ist Deutsch-Rap femininer. Mittlerweile begegnen die weiblichen Künstlerinnen ihren männlichen Kollegen in sämtlichen Belangen auf Augenhöhe. Der perfekte kreative Nährboden für junge Frauen wie Yecca – obwohl die was ihren Sound angeht, darauf beharrt: „Für mich ist das kein Rap, sondern eher eine Mischung aus verschiedenen Musikstilen“.

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Die jungen ARD-Programme präsentieren die vielversprechendsten Newcomer 2022

Die Redaktionen haben sich beraten und rund 100 Experten und Expertinnen – aus Booking- und Promotion-Agenturen, von großen und kleinen Labels - befragt. Die daraus entstandene Hotlist zeigt erneut, wie vielseitig und lebendig die deutsche Musikszene ist, trotzt immer noch starker Corona-Pandemiebestimmungen, die es neuen Acts schwermachen, sich ihr eigenes Publikum in kleinen Clubs zu erspielen.

Zu den 15 Entdeckungen gehören Rap-Hoffnungen wie „01099“ aus Dresden oder „Montez“, die im letzten Jahr schon erste Erfolge feiern konnten. Zukünftige Mainstream-Anwärterinnen und Anwärter wie „Leepa“, „Glockenbach“ und „Rote Mütze Raphi“ finden sich genauso in der Hotlist wie der Elektro-Producer „Jonasu“ und die gerade am Anfang ihrer Karriere stehende Künstlerinnen und Künstler „Paula Hartmann“, „Kurtis Wells“ und „Becks“. Hinzu kommen spannende Impulse von Acts wie „Ätna“ und „Lie Ning“.

New Music Award 2022: Nachwuchsförderung in Musikdeutschland

„New Music 2022 – die Hotlist der jungen Programme der ARD“ ist eine Gemeinschaftsproduktion von PULS (BR), Bremen NEXT (Radio Bremen), DASDING (SWR), 1LIVE (WDR), Fritz (rbb), MDR SPUTNIK, N-JOY (NDR), UNSERDING (SR), YOU FM (hr) sowie Deutschlandfunk Nova.

Die Redaktionen werden über das gesamte Jahr die neuen Künstler*innen in ihren Programmen vor und fördern so gezielt den Nachwuchs der deutschen Musikszene. Im Herbst 2022 verleihen sie dann gemeinsam zum 15. Mal den „New Music Award“.

Zu den bisherigen Gewinnerinnen und Gewinnern gehörten Acts wie „Kraftklub“, „Leoniden“, „Antilopen Gang“, „Majan“, „Céline“ und im letzten Jahr „Rote Mütze Raphi“.


Mehr zum NMA und der New Music Hotlist:
newmusicaward.de