UnserDing Scratch Logo
Ein DJ-Pult. (Foto: pixabay.com/StockSnap)
Cover, Sample oder Remix?

Gefühlt fluten sie gerade die Charts: Coverversionen von Songs, die zum Teil schon ziemlich alt sind. Zum Beispiel „What’s Love Got To Do With It“ von Kygo und Tina Turner – das Original stammt aus dem Jahr 1984! Cover ist aber nicht gleich Cover. Hier lest ihr, welche Unterschiede es gibt.

Für Musiker selbst ist vor allem wichtig, was ihre Veränderung oder ihre Interpretation eines Songs rechtlich bedeutet. Denn das Urheberrecht schützt Werke, die jemand erfunden hat, vor der Bearbeitung durch jemand anderen. Wenn du der Urheber oder die Urheberin eines Werks bist, darf das nur mit deiner Zustimmung bearbeitet werden. Dieser Schutz läuft ab einem bestimmten Zeitpunkt jedoch ab – dann können die Werke frei verwendet werden. Und wenn der Urheber oder die Urheberin klar stellt, dass ihr Werk verwendet werden darf (durch eine Lizenz), darf es auch ohne gesonderte Zustimmung genutzt werden.

Aber was heißt das für Coversongs? Generell wird unterschieden zwischen Coverversionen, Bearbeitungen, Samples und Remixes.

Coverversionen

Beispiel: Milow – Ayo Technology von 2008 (Original von 50 Cent und Justin Timberlake aus dem Jahr 2007)

Milow hatte mit seinem Cover des Songs seinen Durchbruch. Den Originalsong hat er dafür 1 zu 1 nachinterpretiert. Dabei hat er weder die Melodie, noch den Text, noch die Struktur des Songs verändert. Und das ist wichtig, damit es als Cover durchgeht. Damir darf es, auch wenn andere Instrumente genutzt werden, ohne Einwilligung der Rechteinhaber veröffentlicht werden. Wenn aber die Komposition auch nur ein bisschen verändert ist, also zum Beispiel Text oder Takt, dann ist es keine Interpretation sondern eine Bearbeitung. Dafür bräuchte es wiederum die Freigabe der Rechteinhaber.

Remix

Beispiel: Robin Schulz & Wes – Alane (Original von Wes aus dem Jahr 1996) oder auch Twocolors – Lovefool (Original von The Cardigans aus dem Jahr 1996)

DJ Robin Schulz (Foto: dpa)
DJ Robin Schulz

Das ist eigentlich schnell erklärt: Entweder verteilen die Rechteinhaber des Songs Aufträge an die DJs. Beim „Recht an der Aufnahme“ sind das meistens die Plattenfirmen. Oder die DJs, beispielsweise Robin Schulz, ergreifen selbst die Initiative und gehen auf die Rechteinhaber zu. Der DJ bekommt man den Originalsong zur Verfügung gestellt und darf daran herum basteln. Der fertige Mix wird dann nochmal von der Plattenfirma und dem Musikverlag abgenommen und kann dann veröffentlicht werden. Also: Ein Remix ist ein Song, den es schon gibt, der verändert wird. Vorher wird abgeklärt, ob das okay ist.

Wer verdient dran?

Beim Beispiel Robin Schulz und Wes mit „Alane“ sieht die Bezahlung so aus: Robin Schulz bekommt ein Honorar dafür gezahlt, also eine einmalige Zahlung. Das wird zwar nicht wenig gewesen sein, aber danach fällt für ihn nichts mehr ab. Unabhängig davon, ob und wie oft der Song im Radio läuft, gestreamt oder runtergeladen wird. Daran verdient der Urheber, in diesem Fall Wes, und die Plattenfirma.

Sample

Beispiel: Rin – Keine Liebe (Teile vom Original „Du trägst keine Liebe in dir“ von Echt aus dem Jahr 1999)

Rin nutzt hier nicht den ganzen Originalsong, sondern nur einen Teil davon, die Hook. Er nutzt also ein fremdes Werk, geistiges Eigentum von jemand anderem, um etwas Eigenes daraus zu machen. Auch dafür braucht es die Erlaubnis zur Verwendung der Master- und Urheberrechte. Die können bei unterschiedlichen Parteien liegen. Einmal die Plattenfirma und einmal der Urheber, der wiederum oft durch einen Musikverlag vertreten wird. Das nennt sich dann Sample-Clearing und kann kompliziert werden.


Über dieses Thema wurde auch in der UNSERDING-Morningshow mit Thurie am 10. August 2020 berichtet.