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Frau beim Shopping (Foto: pixabay/StockSnap)
Nachhaltige Mode

In Läden gehen, Klamotten aussuchen und bezahlen, ist einfach. Doch woher die Klamotten kommen und wie sie hergestellt werden, wissen die wenigsten.

Nachhaltige Klamotten werden bei uns eher als Öko abgestempelt. Doch Nachhaltigkeit spielt auch in der Modewelt eine immer wichtigere Rolle, da Umweltschutz immer mehr in den Blickpunkt der Gesellschaft rückt. Einige große Modeunternehmen haben diesen Trend erkannt und bieten zum Beispiel Bio-Baumwolle aus kontrolliertem Anbau an. Auf den ersten Blick erkennt man die Klamotten nicht unbedingt, daher gibt es viele unterschiedliche Kennzeichnungen. Die vier wichtigsten Siegel haben wir für euch zusammengestellt.

Wie shoppt ihr ökologisch und nachhaltig?
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Wie shoppt ihr ökologisch und nachhaltig?
"Made in Bangladesch" ist böse, "Made in Italy“ ist gut? So einfach ist das leider nicht. Wo ein Pulli oder eine Jeans herkommt, sagt leider noch nichts darüber, ob es auch unter guten Bedingungen produziert wurde, sagt Friederike von Wedel Parlow. Sie designt selbst nachhaltige Mode und unterreichtet im Fach „Sustainability in Fashion“ an der Berliner Akademie Mode & Design. Sie hat uns auch verraten, worauf ihr beim Einkauf achten solltet, wenn ihr schlechte Produktionsbedingungen nicht unterstützen wollt.


GOTS: Global Organic Textile Standard

GOTS: Global Organic Textile Standard  (Foto: GOTS: Global Organic Textile Standard )

Um das GOTS-Siegel zu bekommen müssen bei allen Produktionsschritten strenge ökologische Richtlinien eingehalten werden. Alle Produkte bestehen zu mindestens 70 Prozent aus Naturfasern, ab 95 Prozent Naturfaser-Anteil gibt's das Zertifikat "Bio" oder "kbA/kbT" (kontrolliert biologischer Anbau/kontrolliert biologische Tierzucht). Bei der Verarbeitung der Fasern dürfen außedem nur bestimmte chemische Stoffe eingesetzt werden, verboten sind zum Beispiel giftige Schwermetalle und gentechnisch veränderte Organismen. Neben den ökologischen Kriterien wird auch auf Arbeitsrechte geachtet. GOTS-Betriebe müssen die Mindestkriterien der Internationalen Arbeitsorganisation ILO erfüllen. Dazu zählt unter anderem, dass die Arbeiter genug verdienen, um davon leben zu können, dass sie nicht übertrieben viele Überstunden machen, dass es keine Zwangs- und Kinderarbeit gibt. Alle Betriebe, die an einem Kleidungstück arbeiten, müssen zertifiziert sein und einmal pro Jahr kontrolliert werden, damit das Kleidungsstück ein GOTS-Siegel bekommt.

http://www.global-standard.org/de/


IVN-Zertifikat für Naturfasern/Leder

IVN zertifiziert (Foto: IVN)

Die Zertifikate werden vom Internationalen Verband für Naturtextilien vergeben und haben noch strengere Kriterien als der GOTS. Gesundheitsgefährdende und umweltschädliche Substanzen sind verboten und es müssen hohe Umweltstandards und Sozialstandards (ebenfalls die Standards der ILO) eingehalten werden, um das Siegel zu bekommen. Die Fasern müssen komplett kbA beziehungsweise kbT sein. Alle Betriebe werden einmal pro Jahr kontrolliert - auch unangekündigt.b Umweltverbänden empfehlen das IVN- BEST-Siegel regelmäßig. Es gilt als strengstes Öko-Label der Modebranche.

http://naturtextil.de/


Fairtrade

Logo von Fairtrade (Foto: TransFair – Verein zur Förderung des Fairen Handels in der Einen Welt)

Viele kennen das grün-blaue Siegel aus der Lebensmittelbranche - vor allem bei Kaffee, Schokolade und Bananen. Es gibt aber auch ein Fairtrade-Zertifikat für Baumwolle. Die verwendete Baumwolle ist dann zu 100 Prozent fair gehandelt, seit Mitte 2016 existiert auch ein Siegel für die Textilproduktion, bei dem es um bessere Arbeitsbedingungen in der gesamten Produktion eines Kleidungsstückes geht. Das Zertifikat hat bisher (Stand Januar 2018) aber noch kein Unternehmen bekommen. (Stand: Januar 2018)

https://www.fairtrade-deutschland.de/produkte-de/textilien.html


Fair Wear Foundation

Die Fair Wear Foundation fokussiert sich auf die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Nähereien, da diese meistens besonders schlecht sind. Sie setzt sich dafür ein, dass die Standards der Internationalen Arbeitsorganisation ILO umgesetzt werden:

Logo der Fair Wear Foundation (Foto: Fair Wear Foundation)

  • Keine Kinderarbeit
  • keine Zwangsarbeit
  • keine Diskriminierung
  • keine Gefahren am Arbeitsplatz
  • existenzsichernder Lohn
  • die Freiheit einer Gewerkschaft beizutreten
  • maximal 48 Stunden Arbeitszeit pro Woche und einen freien Tag geben
  • ein fairer und legaler Arbeitsvertrag

Wenn ein Unternehmen zur Fair Wear Foundation gehört, dann heißt das allerdings nicht, dass alle diese Richtlinien zu 100 Prozent umgesetzt werden, sondern lediglich, dass das Unternehmen daran arbeitet, die Arbeitsbedingungen stetig zu verbessern. Was genau in einem Unternehmen umgesetzt wird und was noch zu tun ist, dass könnt ihr auf der Seite der Fair Wear Foundation nachlesen. Jedes Unternehmen wird einmal pro Jahr kontrolliert, wer zwei Jahre in Folge einen Verbesserungsbedarf bescheinigt bekommt wird suspendiert und wer danach immer noch nicht besser abschneidet fliegt raus. Auf Verdacht werden auch unangekündigte Kontrollen durchgeführt und es gibt anonyme Interviews mit den Arbeiterinnen. Kritiker sagen, die FWU sei zwar sehr aktiv, die Kontrollen seien aber noch nicht gut genug und viele Bereiche der Textilproduktion nicht transparent genug.

https://www.fairwear.org/


Natürlich gibt es noch mehr Zertifikate, unter anderem auch für tierleidfreie Kleidung. Mehr Infos findet ihr zum Beispiel hier:

https://utopia.de/mode/

https://utopia.de/ratgeber/fair-fashion-shopfinder/

Hier gibt's eine Liste von Läden in Saarbrücken, die Fair Trade-Klamotten verkaufen:

http://www.faires-saarbruecken.de/fairtrade/faire_kleidung