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Handy am Start?

Euer Smartphone ist wie ein neuer Körperteil, von dem ihr euch nicht gerne trennt? Durchschnittlich 214 Mal an Tag schauen wir drauf. Wann wird aus der regelmäßigen Nutzung eine Sucht?

Chatten, E-Mails abrufen, Fotos machen, surfen oder ein Spiel spielen: Mit dem Smartphone ist so einiges möglich und es übernimmt immer mehr einen großen Anteil von alltäglichen Aufgaben. Dass das Smartphone immer dabei ist, ist für die Meisten ganz normal. Laut einer aktuellen Studie der Medienforschung schaut jeder Nutzer durchschnittlich 214 Mal an Tag aufs Handy. Das ist in etwa alle sechs bis sieben Minuten, neunmal pro Stunde.

Ab wann ist es zu viel?

Doch ist man gleich abhängig, nur weil man häufig auf sein Smartphone schaut? "Nein", sagt Christian Montag, Professor am Institut für Psychologie an der Universität Ulm. "Die Stundenzahl an sich ist auch nicht das Entscheidende. Für eine suchtartige Nutzung muss ein Cluster mehrerer Symptome zusammenkommen, das über einen längeren Zeitraum zu beobachten ist." Dazu zähle unter anderem, dass sich der Nutzer ständig gedanklich mit dem Handy beschäftige oder Entzugserscheinungen bekomme, wenn das Gerät nicht zur Stelle ist.

Wenn das Handy reden könnte...
Wenn das Handy reden könnte...
214 Mal schauen wir am Tag durchschnittlich aufs Smartphone. Doch wie geht's dem Handy eigentlich dabei?

Keine anerkannte Suchterkrankung

Auch wenn manche Smartphone-Nutzer in Deutschland ein suchtartiges Verhalten zeigen, so muss mit dem Begriff "Sucht" im Zusammenhang mit Smartphones vorsichtig umgegangen werden. In Deutschland ist die Smartphone-Abhängigkeit als Suchterkrankung nicht offiziell anerkannt. Wissenschaftlich korrekt ist die Bezeichnung "problematischer Medienkonsum".

"Man muss sauber unterscheiden zwischen intensiver, nicht vollständig kontrollierter Smartphone-Nutzung und behandlungsbedürftiger, suchtartiger Nutzung", betont Leonard Reinecke, Juniorprofessor für Publizistik an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Es gebe viele Formen von intensiver Handy-Nutzung, die in der Öffentlichkeit als suchtartig beschrieben werde. De facto seien sie es unter einer wissenschaftlichen oder medizinischen Sicht aber nicht. Der Anteil der Nutzer, die eine suchtartige Smartphonenutzung zeigten, liege in Deutschland bei ein bis drei Prozent.


Über dieses Thema wurde auch in UNSERDING mit Thurie & Jonas am 28.09.2017 berichtet.