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Bargeld (Foto: dpa)
Bargeldloses Zahlen

Es ist einfach, wird bequemer und geht sogar bis unter die Haut. Die Möglichkeiten, um bargeldlos zu zahlen, werden immer weiter ausgefeilt. Neben der neuen NFC-Technik in Bankkarten gibt es ab sofort im Saarland ein Pilotprojekt: Zahlen mit dem Smartphone.

In Ländern wie Dänemark und Schweden ist es fast schon altmodisch, bar zu zahlen. Bei uns in Deutschland wird zwar oft mit Karte gezahlt, Münzen und Scheine sind aber besonders aus dem Alltag kaum wegzudenken. Oder doch? Laut John Cryan, dem Chef der Deutschen Bank, wird Bargeld in den nächsten zehn Jahren verschwinden. "Cash ist fürchterlich teuer und ineffizient", sagte er beim Weltwirtschaftsgipfel 2016 in Davos. Außerdem könnten Kriminelle mit Bargeld einfacher ihre Geschäfte vertuschen.

Pilotprojekt im Saarland

Am 4. Oktober ist im Saarland "Blue Code" gestartet, ein Pilotprojekt der Supermarktkette Globus und der Sparkassen: Schnell, einfach und sicher per Smartphone bezahlen. Bei dieser Mobile-Payment-Lösung lädt sich der Nutzer zuerst die App "Blue Code Payment" auf sein Smartphone und registriert sich mit seinen Bankdaten. Dazu muss er 18 Jahre alt sein.

Jetzt kann smart bezahlt werden: Mit Hilfe einer PIN oder des Fingerabdrucks wird die App geöffnet. Dann zeigt sie einen einmal für vier Minuten gültigen Barcode an. Dieser Barcode wird an der Kasse gescannt und schon wird die Transaktion in die Wege geleitet. Zum Zeitpunkt des Bezahlens wird keine Online-Verbindung benötigt. Bis zu zehn Mal am Tag und maximal vier Mal innerhalb einer Stunde kann mit der Blue Code-App bezahlt werden. In Österreich wird Blue Code bereits an über 18.000 Kassen akzeptiert.

NFC-Technik

Mit Karte zu zahlen, ist nicht neu. Allgemein gängig ist, dass die EC- oder Kreditkarte dazu in ein Lesegerät gesteckt wird. Doch mittlerweile kann an vielen Orten schon kontaktlos gezahlt werden. Mit der NFC-Technik (Near Field Communication) in speziellen Chips werden Daten über kurze Distanzen ohne Kontakt übermittelt. Dazu muss die Karte nur kurz in die Nähe eines Terminals gehalten werden. Bis zu einem Betrag von 25 Euro wird die Zahlung dann sogar ohne PIN oder Unterschrift abgeschlossen. Viele neue Karten haben schon den NFC-Chip - erkennbar an dem kleinen umgedrehten WLAN-Symbol. Beim Girogo-System der EC-Karten muss entweder ein "Girogo-Abo" abgeschlossen oder die Karte von Zeit zu Zeit mit Guthaben speziell fürs kontaktlose Zahlen aufgeladen werden.

In Punkto Sicherheit scheiden sich die Geister. IT-Experten konnten den Chip schon mit Hilfe eines Smartphones und einer speziellen App auslesen. Andere sehen die Gefahr sehr gering, dass sich Krimilelle Zugang zu den Daten verschaffen können. "Die Chipkarte funktioniert nur, wenn sie bis auf drei oder vier Zentimeter an das Lesegerät herangehalten wird", so Ingo Limburg von der Firma Euro-Kartensysteme.

Dänin über "Bar oder mit Karte?"
Dänin über "Bar oder mit Karte?"
Anna kann sich gar nicht mehr vorstellen, bar zu zahlen.

Die Entwicklungen gehen noch weiter: In Schweden kann in manchen Geschäften mit unter die Haut implantierten RFID-Chip gezahlt werden, über die Radio Frequency Identification-Technik. Dazu müssen die Käufer vorher registriert werden, halten aber von da an nur noch kurz die Hand an einen Terminal.


Über dieses Thema wurde auch in UNSERDING mit Thurie & Jonas am 04.10.2017 berichtet.